Ganz allein zu Haus’
- Juli 31st Juli 2006
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Seit etwa drei Stunden bin ich nun also Strohwitwe. Mit einem Flug der Norwegian Air machte sich mein Freund auf den Weg nach Bodø mit einem Zwischenstop von läppischen sieben Stunden in Oslo.
Der eine oder andere mag sich jetzt fragen, warum man nun gerade in den Norden reist und dann auch noch so weit hoch, dass man bereits am Polarkreis angekommen ist. Wo hier in Berlin doch karibische Temperaturen herrschen, ohne in die Karibik reisen zu müssen.
Nun. Vielleicht ja gerade deswegen. Bei solchen Temperaturen kenne ich bereits ein Pärchen, das ist für die Nacht in den Keller ihres Einfamilienhauses gezogen, weil es im eigentlichen Schlafzimmer einfach nicht auszuhalten war.
Aber die Hitze ist nicht der tatsächliche Grund für seine Reise. Nein. Er hat das Angebot bekommen, ein in Bodø liegendes Segelboot mit zwei anderen “Männern der See” nach Kopenhagen zu fahren. Dafür sind drei Wochen angesetzt.
Bereits im letzten Jahr unternahm dieses Boot eben jene Reise und der Bootseigner konnte von erstaunlichen Geschichten berichten. So hatten sie damals die Chance Pottwale zu sehen. (Oder waren es Buckelwale? Oder Killerwale? Oder …) Die sind locker mal doppelt so groß wie das Segelboot… Und wenn dieses Mal das Wetter gut – oder halt entsprechend schlecht – mitspielt, ist ein kurzer Abstecher zu den Shettland-Inseln oder gar Schottland geplant.
Na, wenn das kein Abenteuer ist! Mit einer Nuss-Schale von knapp 15 Metern Länge den Atlantik zu segeln. Ich möchte keine Sekunde tauschen mit ihm…
Mich selbst wird es dagegen auch ans – wenn denn nicht aufs – Meer ziehen. Mit ein paar Kommilitonen mache ich einen Kurzabstecher an die Ostsee. Ist doch auch was feines. Ein paar Algen und Quallen – was brauche ich mehr Abenteuer?