Archiv für September, 2006

Leicht verhaltensgestört…

Montag 15:00:
Die jüngste Katze im Hause muss unters Messer. Der kleine Wirbelwind namens Mia, von dem ich hier bereits einmal berichtete, soll kastriert werden. Wird sie auch. Läuft alles komplett problemlos. Und absolut unspektakulär.

Montag 16:00:
Altkater Jerry sorgt für Aufregung. Er ist bisschen dumm im Kopf mit panischer Angst vor Tierärzten. Deswegen blieb er auch zu Hause. Soll sich lieber jetzt bei ihrer Rückkehr liebevoll um die Kleine kümmern. Das aber hat er wohl etwas missverstanden. Lieber knurrt er wie ein fernes Gewittergrollen und nimmt schon Reißaus, sobald die Kleine seinen Weg nur in zwei Metern Entfernung kreuzt. Und an ihrer Seite fressen? Niemals!

Aber nicht nur die Kleine mag er nicht mehr so recht. Auch uns Dosenöffner. Selbst mit den leckersten Speisen ist er nicht mehr zu locken. Läuft er doch mal nicht weg und lässt sich “streicheln”, geht er in Deckung und schreit jämmerlich, als würden wir ihn gleich abschlachten wollen.

Dienstag 14:00:
Organisation und Planung fürs nächste Semester treiben mich an den Rechner. Keine zehn Minuten später trudelt der Kater ein. Sein Lieblingsplatz in diesen Momenten: Direkt zwischen mir und Tastatur, Kopf und Vorderpfoten auf meinem linken Arm. Nicht sehr bequem – also für mich – , aber man gewöhnt sich bekanntlich an fast alles.

Heute ists etwas anders. Ich bemerke den Kater und schaue nur zu ihm. Er geht in Deckung und ist innerhalb von drei Sprüngen aus dem Zimmer. Ein klägliches Meckern dringt anschließend vom Flur zu mir.

Dienstag 20:00:
Die Familie ist in der Stube versammelt zum gemeinsamen Abendfernsehen. Mia hat schon vor Monaten die Couch vom Kater erobert und zieht uns regelmäßig durch ihr Herumklettern die Decke von den Füßen. Bis auf den blauen Fleck am Bauch (kein Bluterguss!) ist ihr von der OP nichts mehr anzusehen.

Kater Jerry gesellt sich zu uns. Bleibt aber lieber an der Zimmertür liegen und beäugt alles argwöhnisch. Lässt sich auch wieder kraulen – aber nur, wenn wir zu ihm gehen und Mia auf Entfernung bleibt. Sie darf aber jetzt schon in 50cm Entfernung an ihm vorbei, ohne dass er dazu was sagt. Unbeobachtet bleibt sie dabei jedoch nicht.

Mittwoch 11:00:
Mia wagt einen Vorstoß. Sie will wieder mit ihrem großen Onkel spielen. Der lässt sich das zwei Minuten gefallen und zieht dann wieder leine. Das Futter klaut er sich wieder aus ihrem Napf – ob sie daneben steht oder nicht, kümmert ihn nicht mehr.

Ende gut, alles gut.

Hoch begabt und doch Ranglistenletzter

Ich weiß nicht was, aber irgendwas hat mich gestern jedenfalls geritten. Da habe ich an einem IQ-Test bei IQFight.de teilgenommen. Nicht, dass mich die Gewinne gelockt hätten. Urlaub, Wellness-Wochenende, DVD-Recorder.

Am Abend habe ich dann also – nebenher im Fernsehen einen Film verfolgend – innerhalb von fast einer Stunde 44 Fragen beantwortet. Allgemeinwissen, logisches Denken. Das Übliche halt.

Am Ende wird mir ein stolzer IQ von 129 präsentiert. Fällt noch nicht unter “hoch begabt”, aber ein “begabt” ist es ganz locker. Ein gutes Stück über dem allgemeinen Durchschnitt. Kann man eigentlich ganz stolz sein. Warum gebe ich mich dann noch mit Schreiben dieses Blogs ab?…

Auf dem zweiten Blick entdecke ich, welchen Platz ich unter den bisher am Quiz Teilgenommenen einnehme. Platz 6997! Und da sage mal noch mal einer, Deutschland würde verdummen…

Wer interessiert ist, hat noch 55 Tage Zeit, sein Glück … Wissen zu testen.

Ein letzter Anlauf

und dann ist endlich auch das Sommersemester dieses Jahres vorbei. Eine Klausur habe ich auf den Zweittermin verschoben. Es blieb einfach nicht genug Zeit. Nicht genug Zeit, drei Skripte à 95 Seiten innerhalb zwei bis drei Tagen durchzuarbeiten. Nicht genug Zeit, diesen Stoff noch ein Mal komplett neu aufzuarbeiten.

DBS2 (Datenbanksysteme) ist das Thema. Und eigentlich auch interessant. Die Vorlesungen sind jedoch so trocken, dass ich bereits nach 10 Minuten begann, regelmäßig auf die Uhr zu schauen, wann denn endlich wieder alles vorbei sein würde. Dementsprechend wenig habe ich während des Semester auch mitgenommen. Und dementsprechend darf ich das ganze Zeugs jetzt noch mal komplett von vorne lernen. Dafür bleiben mir jetzt noch knapp zwei Wochen. Ich müsste mich nur endlich überwinden und loslegen. Und das gerade jetzt … wo das Wetter wieder schöner wird …

Die Professorin scheint schon wieder tief in der Materie zu stecken und mit gewisser Vorfreude aufs nächste Semester zu blicken. Vor wenigen Tagen verschickte sie Erinnerungsmails an alle, die zum Zweittermin erscheinen sollten. Eigentlich eine nette Geste, nur glaube ich nicht, dass sich darüber wirklich jemand gefreut hat…

Gesittet im Aufzug

Wenn man einen Fahrstuhl in einem Mietshaus – mit Vorliebe in Wedding oder Neukölln – betritt, lässt das eigene Riechorgan zuweilen so manch eine Vermutung anstellen, was in eben jenem Raum zuvor geschehen ist. Das geht von dem Geruch von Erbrochenem bis zu jenen, die man auf dem stillen Örtchen antrifft. Gern auch mit vereinzelt auf den Boden geworfenen Zeitungen garniert. Kennt man alles schon. Ist nix neues.

Um so überraschter war ich, heute im Hausflur eines Weddinger-Mietshauses folgenden Aushang zu entdecken:

“Bitte nicht in den Fahrstuhl spucken!”

Ob das nun besser ist als die geruchsbildenen Stoffe in anderen Fahrstühlen sei mal dahin gestellt. Aber vielleicht hält dort ja jemand ein Lama als Haustier…

Fazit und Vorschau

Seit sechs Semestern nun – das entsprechen ziemlich genau drei Jahren! – arbeite ich also schon an diesen schönen Diplom-Studium. Ist viel geschehen seitdem und habe auch vieles gelernt. Dass Professoren doch nicht die Weisheit aller Dinge gepachtet haben. Dass Noten nicht immer nach Leistung vergeben werden. Dass Mensa-Essen doch nicht so schlecht ist. Und vieles mehr.

Noch ein Semester habe ich, um mich geruhsam den Dingen des Lebens zu widmen. Danach ist auch schon das Diplom dran. Und das macht mich ganz schön nervös. Wie ich hier schon einmal berichtet habe, entspricht der Lehrstoff und deren Umsetzung nicht wirklich dem, was ich von einem Studium erwartet hätte.

Zu Schulzeiten noch habe ich ein Studium für etwas ganz besonderes gehalten. Wenn man ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, sei man quasi Meister auf seinem Gebiet. Niemand könne mir da mehr etwas vormachen. Kurz und gut: So ist das definitiv nicht.

Bereits in den nächsten Wochen und Monaten werde ich mich aufmachen müssen und mir ein total geniales, innovatives und noch nie dagewesenes Projekt für mein Diplom ausdenken resp. beschaffen. Vielleicht werde ich ja einfach eine Anwendung schreiben, bei der man mittels mehrerer Handys gemeinsam Musik machen kann. Dafür habe ich auch schon einen total tollen Namen: ROB. Das kann man sich hier schon mal anschauen …

Fein aus im QCC

Gestern abend war der große Tag meines Kommilitonen und Freundes von Hotelblogger-Blog.

Hab mich extra fein herausgeputzt, um mich gegen 22 Uhr im Keller des Friedrichstadtpalastes einzufinden. Dort befinden sich nämlich die Berliner Örtlichkeiten des Quatsch Comedy Clubs. Sogar Herr Hermanns war höchstpersönlich anwesend! Und genau auf diesen weltbekannten Brettern und vor diesem prominenten Gesicht durfte eben jener Freund sein Debut auf der Bühne geben.

Grund und Ursache war ein Talentwettbewerb. “Cindys Talentschmiede“. Grünschnäbel dürfen sich auf den Brettern des QCC ausprobieren und das Publikum votet im Anschluss für die überzeugendsten und lustigsten drei.

Für einen Newcomer-Wettbewerb waren jedoch eine Großzahl Kanidaten dabei, die bereits Bühenerfahrung besitzen und teils ein bereits seit Jahren einstudiertes Programm absolvieren. Diese Personen haben letztendlich auch – keine große Überraschung – gewonnen.

Ein leicht ungleiches Verhältnis, müssen die “Neuen” ja gleich von Beginn an 200%ig überzeugen, um eine zweite Gelegenheit zu erhalten. Ganz schön schwer. Aber bei einem Kartenpreis von 14 Euro plus VV-Gebühr scheinen die QCC-Betreiber zu glauben, müssen zumindest aus der Newcomer-Szene bekannte Gesichter aufgefahren werden.

Aber der Hotelblogger hat sich wacker geschlagen und durchaus seine gewünschten Lacher erzielt. Auch wenn er kurz vor seinem Auftritt wahrscheinlich nicht weniger nervös war als eine Freundin und ich, die eben auf diesen Moment gewartet haben. :-D

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