Nicht ganz unbelesen
- Oktober 2nd Oktober 2006
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Schon seit geraumer Zeit zweifel ich mein Gut an Allgemeinwissen als ein wenig mau an – wie El Inhabero von “Zwischen den Stühlen” in diesem Beitrag ein wenig überspitzt darstellt. Nun habe ich ja mit der Lektüre von “Faust” begonnen und stolpere doch recht schnell über folgende Zeilen:
Ein Teil von jener Kraft,
Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht
Ist wert dass es zugrunde geht;
Drum wär’s besser dass nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
Mephistopheles in Faust I (1335-1341)
Und auf ein Mal fällt es mir leicht, diese Zeilen zu lesen! Die kenne ich nämlich! Bisher jedoch nur aus dem Lied “Götterfunken” von Tanzwut. Ich bin kein Fan dieser Band. Doch der Text hatte es mir von jeher angetan. Und nun darf ich lernen, dass der komplette Liedtext aus der Feder Goethes stammt!
Bin ich also doch nicht so unbelesen. Muss nur noch herausfinden, was von dem, was ich bereits kenne, von einem berühmten Dichter oder anderer Prominenz kommt und von wo und aus welchem Zusammenhang es stammt. Ist doch eine Kleinigkeit!
Ich muss jedoch sagen, dass Verse wie “Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.” oder “Das also war des Pudels Kern!” mir eher unbekannt sind. Obwohl sie laut Wikipedia bereits zu den geflügelten Worten gehören…
Muss ich also doch noch an meinem Fundus arbeiten…
Das mit dem Antispam lass ich ab jetzt. Das Rätsel gilt ja wohl als gelöst.
“Das Omen” von Mysterious Arts ist noch so ein Kandidat. Allerdings setzt das Zitat da wohl eine Zeile später ein… muss glatt mal in meinen alten Kassetten kramen…
Ansonsten:
“Nun, schönes Frollein, darf ich wagen, mein Arm und Geleit ihr anzutragen?”
Ich nehme an, dass das “übernehmen” von Gedichten mehr oder weniger bekannten Künstlern recht häufig grad von noch recht “neuen” Bands verwendet wird. So bekannte sich Elis dazu, unbegabt im Textschreiben zu sein, so dass sie für ihr erstes Album auf bekannte Werke zurückgriffen.
Goethe scheint aber sonst auch sehr beliebt. So hat sich die Band Leichenwetter, deren Songs vereinzelt nach Werken von Ramstein klingen, für ihr erstes Album ebenfalls auf Werke ganz bekannter Künstler gestützt. Darunter auch wieder Goethe. Dieses Mal jedoch nicht mit Mephestopheles aus Faust, sondern dem Gedicht “Die Grenzen der Menschheit“.
Desweiteren:
“Bin weder Fräulein, weder schön. Kann ungeleitet nach Hause gehn.”