Trotz meiner anhaltenden Erkältung, die mit Kratzen im Hals anfing und nun einen fließenden Übergang zu einer laufenden Nase gefunden hat, wage ich es heute, mich auf Glatteis zu wagen – inklusive Kufen unter meinen Füßen. Das Eisstadion am Hohenzollerndamm ist das Ziel. Als Student kommen zwei Stunden Laufen gerade einmal 1,60 € (sonst 3,30 €).

Aus Mangel an eigenen Eislaufschuhen muss ich mir welche leihen. Mein letztes Erlebnis dieser Art ist jetzt sicher fast 10 Jahren her. Damals gab es diese tollen weißen Eiskunstlaufschuhe mit Absatz und Zacken an der Spitze der Kufe. Heute: Hartschalen-Schlittschuhe. Das ist eine Plastik-Schuhform, die sich ganz wunderbar an den eigenen Fuß anpassen. Ich durfte gleich einmal tauschen, weil das erste Paar erst fest genug saß, als der Schuh anfing, zu drücken…

Da fragte ich lieber gleich nach den weißen Schuhen – und erhoffte mir solche wie vor einigen Jahren. Ich bekam auch weiße – aber auch solche mit Plastikschuh, nur dass sie den klassischen Kunstlaufschuhen mehr in Form und Kufe nachgeahmt sind.

Bei einem Ausleihpreis von 7,50 € für zwei Stunden empfinde ich solche unbequemen, drückenden Schuhe schon fast als Frechheit! Da wundert es kaum noch, dass viele der Kids dort mit viel zu lose gebundenen Schuhen herumgefahren sind. (Auch wenn das sicher nicht nur an den nicht passenden Eislaufschuhen hängen mag.) Da kann man sich bald eigene Schuhe kaufen. Die bekommt man ja aktuell schon für knapp 50 €!

Ich bin jedoch begeistert, dass ich keinen Sturz zu verzeichnen habe – trotz dieser merkwürdigen Schuhe. Und ich fühlte mich erstaunlich sicherer als auf den bekannten Inlinern. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich mit dieser Sportart im Sommer schon mehrmals gequält wurde…

Mein heutiger Ausflug dankt mir mein Körper jedenfalls mit blauen Flecken, schmerzenden Stellen, wo der Schaft vom Eislaufschuh zu Ende war – und einer klasse Erkältung, die nun wieder einen rauhen Hals beinhaltet und einen wunderschönen Husten hervorruft…