Fahrstuhl in die Tiefe
- Juli 6th Juli 2008
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Horrorfilme wie “Fahrstuhl des Grauens” mag sich der eine oder andere Leidgeplagte womöglich schon einmal angeschaut haben, Fahrstuhl ist aber jeder sicherlich weiterhin gefahren.
Gestern nun im Verlag. Großraumbüro befindet sich im 16ten Stock, die Fotoabteilung in dem darüber. Fast alles wird hier über Fahrstuhl oder Paternoster erledigt, die über den einen Ausgang des Büros zu erreichen sind. Auf der anderen Seite befindet sich noch ein weiterer Aufzug. Und ich würde schwören wollen, dort auch schon mal den einen oder anderen hab stehen und warten gesehen.
Jedenfalls drängte gestern die Zeit und ich wagte den Versuch. Vielleicht wäre es mit dem einzelnen Fahrstuhl, da hier die Wege kürzer sind, nicht sogar schneller. Wäre ja zu vermuten. Der Aufzug kommt, ich steige ein, drücke die 17. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung. Nach UNTEN! “Gut”, denke ich mir, “dann kam er wohl von oben. Blöd. Egal.” 16, 15, 14, …., 3, 2, 1, E, -1!
Und da blieb der Fahrstuhl stehen, die Türen weiterhin geschlossen. Ich drücke nochmals die 17. Nichts geschieht. Ich drücke wie wild alle Knöpfe. Nichts geschieht. Ich öffne die Türen und stehe im Keller. Eine Tür geradezu, eine nach rechts. Beides Feuerschutztüren, abgesperrt. Nach links um die Ecke noch eine Tür, hindurch und ich stehe vor einer Tür nach draußen. Gesichert. Löst Alarm beim Öffnen aus. Verdammt.
Zurück zum Fahrstuhl, nochmals alle Knöpfe drücken. (Ich weiß, langsam wirds albern…)
Ich entdecke den Klingelknopf.
und…? was geschah DANN?
Ein kurzen Moment später ertönte eine blächernde, unregelmäßig unterbrochene Stimme, deren Gesagte man mehr erraten denn erhöhren musste. Wenige Momente später setzte sich der Fahrstuhl wie von Geisterhand in Bewegung und hielt im Erdgeschoss, wo ich vom Sicherheitspersonal empfangen wurde (und nebenbei meine Daten hinterlassen musste). Das geleitete mich zu den “anderen” Aufzügen und verabschiedete sich freundlich von mir.
Es hatte sich herausgestellt, dass ich den “Feuerwehr-Aufzug” genutzt hatte. Dessen Benutzung protokolliert werden muss, wie auch das Öffnen diverser Sicherheitstüren, die auf dem Weg zu den “anderen” Fahrstühlen durchschritten werden mussten. Nachdem ich auf die Besonderheit des Fahrstuhles aufmerksam gemacht worden bin, entdeckte ich neben den Schiebetüren des Aufzuges auch das entsprechende (kleine!) Schildchen. Beziehungsweise konnte ich mir entsprechende Besonderheit des Fahrstuhles denken, nachdem ich eine kleine Weile Zeit im Aufzug mit dem Warten verbrachte und dabei mal sämtliche textlichen Hinweise studierte…
Alles also nur halb so schlimm.
Ein bisschen mulmig wars mir dennoch…