Nach meiner unerwarteten Kündigung, so 5min vor Feierabend, stehe ich nun ohne Job da. Was tut man also als erstes…sich arbeitslos melden. Da ich noch ein junger Hüpfer bin und mein 25. Lebensjahr noch nicht beendet habe, wurde ich sofort zu einem 6-wöchigen Arbeitsamtseminar geschickt. Die 6 Wochen sind ja nicht das schlimmste, aber muss es denn wirklich sein, dass man dort eine 30-Stunden-Woche mit sagenhaften 6h am Tag verbringt? Ok, dachte ich mir. Guck ich mir das ganze doch erstmal an, bevor ich gleich rummeckere. Doch gleich am ersten Tag, als ich zu 90% nur 16jährige kleine “Kinder” sah, welche weder einen Schulabschluss, noch irgendeine Ausbildung hatten, kam ich mir sehr verarscht vor. “Was soll ich hier wohl lernen”, dachte ich. Mit 3 anderen Kandidaten, hatten wir dann erstmal ein Einführungsgespräch, wo zum Glück ein Mädel bei war, welche in meinem Alter ist und mit der ich mich von Anfang an sehr gut verstehe. Endlich jemand Normales hier.

Thema des ersten Tages war dann “soziale Selbstfindung”. Wir haben alle einen Bogen bekommen mit Fragen wie “Was würdest du tun, wenn du 10 Mio € hättest”, “Was würdest du machen, wenn du weißt, dass du nur noch 12 Monate leben wirst und du bis zum letzten Tag kerngesund bist” und jetzt kommts: die Frage des Tages: “Was würdest du gern für ein Tier, Gegenstand oder Mensch sein”. Hääääää???? Wie bitte. Wo bin ich hier? Dass wir unsere Fragen dann nicht wirklich wahrheitsgemäß und stattdessen mit viel Fantasie beantwortet haben, versteht sich von selbst, oder? Somit haben wir bei der letzten Frage mit voller Enthusiasmus geantwortet: meine Freundin wollte ein Roboter….ich korrigiere….ein HÜBSCHER ROboter sein. Ich habe mich dann für Mickey Maus im La-La-Land entschieden, wo alle einen mögen und immer gute Laune herrscht. Unsere Bögen wurden dann zum Glück nie mit uns ausgewertet, obwohl wir schon gern wüssten, was doch unsere Frau Dr. X darüber wohl gedacht haben mag.

So das war Tag 1 der 6 Wochen.

Fortsetzung folgt …