Da der letzte Beitrag mit dem Wetter endet, beginne ich diesen einfach mit dem selben Thema. Aus diversen Gründen endete der Urlaub mit einem befreundeten Pärchen schon einige Tage früher, so dass wir statt 14 Tagen nur knapp eineinhalb Wochen unterwegs waren. Das Wetter war dabei vermutlich genauso wechselhaft wie hier in Berlin, wobei wir aber eigentlich immer Glück hatten. Geregnet hat es schließlich nur nachts, wenn wir eh in den Zelten saßen oder während wir in einem Gebäude zwecks Sightseeing waren. Wäre nicht so fürchterlich viel Wind gewesen, der sich aber wunderbar zum Drachensteigen eignete, wären lange Klamotten auch nicht notwendig gewesen. Ja, wenn halt.
Wie eben erwähnt, sind wir nicht so lange wie eingeplant geblieben. Und aus wiederum verschiedenen Ursachen haben wir auch leider nicht so viel gesehen von Dänemark, wie ich es gedacht hätte. Aber ein bisschen war schon dabei, und davon berichte ich euch gern mal “kurz”.
Tag 1: Die Anreise
Bereits vor der Abreise entschieden wir uns, den ersten Halt in Dänemark in einem Campingplatz bei Køge einzulegen. Vor Ort blieb die Wahl zwischen einem, der direkt neben einer Alteisen-Verwertungs-Anlage stand, und einem “im Wald” direkt neben einer stark befahrenen Straße. Letzteres sollte es werden.
In dieser recht feucht-nassen Gegend (ob wegen häufiger Regengüsse oder warum auch immer) durften wir dann auch schon die ersten Erfahrungen mit den hiesigen Mücken machen. Reichlich aggressiv sollte man sich am besten schon vor dem Frühstück mit Autan und Co. einsprühen…

Ausblick vom Strand in Køge
Der Strand war gut 200 Meter entfernt und lag natürlich auf der anderen Seite der Straße, was an sich aber nicht nötigerweise das Problem darstellte. Viel mehr stelle ich mir unter “Strand” dann doch etwas anderes vor als einen von Algen überspülten Sandstreifen, einer in nicht allzu großer Ferne erkennbare Fabrik und einem Gestank, der einem durchaus die Tränen in die Augen treiben könnte. Gut. Wir befanden uns in einer Bucht, aber selbst nach weiteren 100 Metern war das Wasser gerade mal knietief und es gab quasi keinerlei Strömung…
Tag 2: Bakken
Obwohl ich kein großer Fan von Freizeitparks oder Achterbahnen bin, war der erste Abstecher auf mehrheitlichem Wunsch Bakken. Das liegt im Norden von Kopenhagen und ist der älteste Freizeitpark der Welt. Er verfügt sogar über die älteste Achterbahn der Welt: sie ist komplett aus Holz konstruiert und benötigt pro Wagen noch einen Bremser!
Einen Urlaub mit Freunden zu unternehmen, heißt aber immer, Kompromisse zu schließen. Und auch wenn ich nicht halb so viele Fahrgeschäfte probierte wie die anderen, weil mir allein von den sich drehenden Tassen knapp eineinhalb Stunden schlecht war, ist es doch ganz lustig gewesen.
Tag 3+4: Kopenhagen
Kopenhagen, oder dänisch København, hat dermaßen viel zu bieten, dass wir das gar nicht an einem Tag schaffen konnten. Neben dem Kastellet und der kleinen Mehrjungfrau standen natürlich auch das Schloss Amalienborg, das Schloss Rosenborg, der Nyhavn und natürlich ein bisschen Stadtbesichtigung an. Doch schon nach ganz kurzer Zeit haben wir uns vom großen Touri-Strom verabschiedet und uns die etwas ruhigeren Viertel angesehen. Sehr viel interessanter!

Schloss Amalienborg

Nyhavn
Tag 4: Umzug
Nach einem zweiten kurzen Abstecher nach Kopenhagen, ging es am selben Abend noch weiter in den Norden der Insel. Dort ließen wir uns auf einem Campingplatz nieder, der in der Nähe von Hundested lag. Hier waren die Leute total chillig, haben uns ein paar Plätze auf der Karte gezeigt, auf denen wir uns breit machen könnten und durften uns dann erstmal den gesamten Platz anschauen, ob er uns denn wirklich gefiele und wo wir denn dann genau hin wollten.

Strandausblick bei Hundested
Auch hier war Strand nicht unbedingt Strand. Das bisschen Sandstreifen war auch hier mit Algen übersäht und der weit ins Wasser hineinragende Steg zeigte zwar, dass das Wasser sehr sauber wenn auch flach war. Sehr unangenehm waren jedoch die ganzen Algen die AUF dem Wasser schwammen. Das lud nicht wirklich ein.
Tag 6: Helsingør
Nach einem zum Chillen geplanten Tag ging es tags darauf schließlich nach Helsingør. Ziel dieses Tages war das Schloss Kronborg. Nach bestimmt fast vier Stunden haben wir uns die königlichen Gemächer, die Gallerie, den Ballsaal, den Tower, die Kirche und die Kasematten mit Holger Dansk angesehen. Obwohl das Schloss als Weltkulturerbe eingetragen ist, besuchen es viele angeblich nur, weil die Geschichte von Shakespeares “Hamlet” auf der Kronborg spielt.

Schloss Kronborg

Ballsaal im Schloss Kronborg
Wenn auch kein wirklich günstiges Schnäppchen, hat sich dieser Ausflug definitiv gelohnt. Bis auf große Teile der Unterkellerungen (die es ganz bestimmt geben wird) und die Dachgeschoss-Ebenen konnte man wirklich ALLES vom Schloss ansehen. Es wird mit sehr viel liebe restauriert und erhalten und es ranken sich ganz charmante Legenden und Sagen darum. Zu fast allen Räumen der königlichen Gemächer gibt es Schilderungen, wofür sie genutzt wurden und sind teilweise noch beispielhaft möbliert.

Königliche Gemächer in Schloss Kronborg
Nach einem recht langen Ausflug in die Geschichte, war dann die Stadt selbst einmal an der Reihe. Der Hunger quälte langsam ob dieses doch sehr umfangreichen Ausflugs und so stand mein erster (und letzter) dänische Hotdog auf der Speisekarte. Das Zentrum der Stadt ist vollgepackt mit vielen kleineren Geschäften und vor allem nur recht niedrigen Gebäuden…
Tag 7: Hundested
Auch dieser Tag sollte recht chillig werden und so stand nicht allzuviel an. Ein kleiner Ausflug in die Havenstadt Hundested und der Besuch des Knud Rasmussen-Hauses waren die einzigen Anlässe des Tages. Das Haus diente dem Polar- und Eskimoforschers Rasmussen als Zwischenstopp zwischen seinen Expeditionen. Hier wertete er seine Ergebnisse aus und plante die nächsten Reisen. Die Nachkommen und Freunde erhalten das Haus in Andenken an ihn.

Knud Rasmussen Haus
Das zweigeschossige Haus mit Rebdach liegt nur 100 Meter vom Meer entfernt und mit einer etwas anderen Innenausstattung als beispielsweise Eisbärenfell und Walross-Schädel könnte ich mich da selbst auch ganz wohl fühlen…
Tag 8: Liseleje
Tags zuvor hatten wir zufällig ein Plakat für ein Drachenfest entdeckt, welches an diesem Tage auf dem Strand von Liseleje stattfinden sollte. Unsere Mitreisenden hatten wir von der Begeisterung von Lenkdrachen bereits angesteckt, so dass wir uns einen Besuch dieses Festes nicht entgehen ließen. Danach verfügte dann aber auch jeder über (mindestens) einen Drachen…

Flugdrachen-Fest
Das Fest war zwar eigentlich mehr für Kinder ausgelegt, so dass es einen Workshop gab, um eigene einfache Drachen zu bauen. Danach haben aber schließlich die Eltern mit noch so viel Energie versucht, sie in die Luft zu bekommen, während die Kinder dann doch schon wieder mit anderen Dingen beschäftigt waren…

Flugdrachen-Fest
Highlight waren aber sich diese riesigen Drachen, die von eines deutschen(!) Vereins für das Fest in die Lüfte erhoben wurden. Tweety, Sylvester, Duffy Duck, Pandabären und einiges mehr. Dass sich bei dieser Gelegenheit fast gar keine Drachen ineinander verhedderten ist echt bemerkenswert!
Tag 9: Umzug
Und schließlich stand der letzte Umzug an. In Anbetracht des nahenden Endes des Urlaubs wählten wir einen Campingplatz auf Møn. Aufgrund der Nähe zur Fähre fanden sich hier doch wieder einige Deutsche und trotz Nachsaison war der Campingplatz gut gefüllt. Dafür gab es hier auch den ersten richtig schönen Strand! Zwischen Campingplatz und Strand gab es noch recht breite Dünen, die sich perfekt für das Steigenlassen der kürzlich erworbenen Drachen eigneten…

Strand auf Ulvshale (Møn)
Auf dem Weg nach Møn machten wir noch einen Abstecher nach Roskilde und den Wikingerschiffshallen. Hier werden aktiv die Boote der Wikinger rekonstruiert und gebaut. Sie können anschließend sogar gekauft werden. Und wer die Boote erstmal auf Seetauglichkeit und Gemütlichkeit testen will, kann auch zuvor eine kleine Tour chartern.

Wikingerschiffsmuseum Roskilde
Tag 11: Møns Klint
Die größte Attraktion der Insel ist sicherlich Møns Klint: die Kreidefelsen. Und gerade an dem Tag, wo wir die besuchen wollen, erwischen wir das schlechteste Wetter. Wobei “schlecht” sich hierbei aus anfänglichem Nieselregen und anhaltenden stürmischen Böen zusammensetzt.

Das Ende der Treppe auf Møns Klint
Das stürmische Wetter hatte mittlerweile auch dafür gesorgt, dass der Strand an den Klippen vollkommen überspült und nicht mehr existent war. Vereinzelt waren die Treppen sogar gesperrt. Eine führte jedoch noch an den Fuß der Kreidefelsen – doch die letzten Stufen (wie viele weiß ich ehrlich nicht) waren bereits komplett unter Wasser gesetzt. Ziemlich eindrucksvoll.
Tag 12+13: Rückfahrt
Am Tag zuvor erfahren wir zufällig, dass bei der Fährlinie Scandlines für die Überfahrt Gedser-Rostock eine Fähre ausgefallen ist. Drei Tage vor Abfahrt waren wir extra noch nach Gedser gefahren und hatten einen Platz reserviert. Die nette Dame an der Rezeption des Campingplatzes rief freundlicherweise für uns bei Scandlines an. Schlechte Nachrichten: Alle Reservierungen wurden gecancelt und nur noch jede zweite Fähre laut ursprünglichen Fahrplan fuhr. Wer zuerst kommt, malt zuerst.
Statt wie reserviert um 11 Uhr die Fähre zu nehmen, entschieden wir uns, die 5 Uhr- Nachts- Fähre zu wagen und hofften hier, am ehesten einen Platz zu ergattern. Um vier Uhr bereits vor Ort kann uns die Dame am Terminal nicht garantieren, dass wir mit an Board könnten. Es seien so viele LKWs bereits eingeplant. Wir wagen es dennoch, sind doch erst vier andere PKWs vor uns. Später erfahren wir, dass der erste in der Reihe bereits seit 1:30 Uhr des Nachts wartet und da ebenfalls schon diesen Hinweis bekam.
Mit einer guten Stunde Verspätung fährt dann die Fähre doch noch ein und alle wartenden PKWs können an Board. Doch noch gut gegangen – we’re back again!